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Tessin - Weinbaujahr 2016

Quelle /
Swisswine Vini Svizzeri Ticino Estate
Die Sektion für Landwirtschaft des Finanz - und Wirtschaftsdepartements (DFE) und der Branchenverband Schweizer Reben und Weine Tessin (IVVS) kommentieren gemeinsam die Ergebnisse der Weinlese 2016. Ein gutes Jahr, sei es sowohl was die Qualität als auch die Quantität anbetrifft und entschieden besser als das letzte.
 

Weinbausaison

2016 war durch einen milden und feuchten Winter gekennzeichnet. Es gab starke Niederschläge bis über den Frühling hinaus. Im Juli und August lagen die Temperaturen im Durchschnitt und waren besonders im Sottoceneri von zahlreichen Gewittern begleitet. Ein sehr warmer  und trockener September mit überdurchschnittlichem Sonnenschein hat dazu beigetragen den im Frühling entstandenen phänologischen Rückstand quasi völlig aufzuholen.

Der Keimprozess hat sich in den Durchschnittswert der letzten zehn Jahre eingereiht und die Entwicklung der Keime war aussergewöhnlich homogen, ohne dass Entknospung nötig war, und mit einer verringerten Apikaldominanz im Vergleich zu den letzten Jahren.

Während des Frühlings und bis zum Anfang des Sommers haben die kontinuierlichen Niederschläge und milden Temperaturen das Wachstum der Vegetation bedingt und das phänologische Entwicklungsstadium um zirka zwei Wochen im Vergleich zum Durchschnitt des letzten Jahrzehnts verzögert. 

Dieser phänologische Rückstand von ungefähr einer bis zwei Wochen hat sich bis zur vollen Blüte verlängert, die sich bis Mitte Juni erstreckt hat und deren Fruchtansatz mit gut bis sehr gut zu bezeichnen ist genauso wie die Entwicklung der Weinbeeren dank der beständigen Feuchtigkeit im Boden. Gelegentliche Verrieselung , die sich überall ein bisschen bemerkbar gemacht hat, hat keine unangenehmen Überraschungen mit sich gebracht, wenn man an die besondere Empfindlichkeit des Merlot denkt, und hat auch keinen Einfluss auf die geerntete Menge ausgeübt.

Die warmen und eher trockenen klimatischen Bedingungen des Monats September - der wärmste über die letzten Jahre - haben dazu geführt, dass die von den überflüssigen Trauben befreiten Reben ihre Trauben voll ausreifen lassen konnten und somit den im Frühling entstandenen Rückstand quasi ganz aufgeholt haben. Der Rückstand beläuft sich auf ungefähr eine Woche im Vergleich zum Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Pflanzenschutzliche Aspekte

Das Mehltaurisiko war im Frühling, besonders im Juni, sehr hoch. Wegen der kontinuierlichen und wiederholten Regenfälle und der in die Länge gezogenen Nässe der Blätter, wurde es noch von der Abwesenheit eines korrekten Tageslichts begünstigt. Die Gefahr eines Mehltaubefalls ist aber im Wesentlichen während der ganzen Saison gering geblieben und man hat dank auch der ungünstigen meteorologischen Bedingungen, welche die Entwicklung dieses Pilzes gehemmt haben, keinen Befall feststellen können. 

Das warme und trockene Wetter während der Reifephase der Trauben und die angewandten richtigen Praktiken der Winzer haben geholfen die Fruchtfliege unter Kontrolle zu halten und gesunde Trauben zu ernten und damit gleichzeitig die Sorge um Drosophila suzukii zu verringern, deren Gegenwart sich seit Anfang des Jahres bestätigt hatte und die den Obstkulturen grosse Schäden hinzugefügt hat.

Reichliche Mengen

Dank eines regelmässigen Keimprozesses, einer korrekten Rate beim Fruchtansatz sowie einer hervorragenden Entwicklung der Weinbeeren hat sich das Jahr 2016 als ein gutes Erntejahr herausgestellt, was die Menge anbetrifft, mit 10% Zuwachs im Vergleich zu den letzten zehn Jahren und mit 32% im Vergleich zum Jahr 2015, das ein besonders schwaches unter den letzten Jahren darstellt. Die besteuerte Menge an Merlot beträgt zirka 62'000 Zentner für das Jahr 2016.

Gute Qualität

Um den richtigen phänologischen Reifegrad zu erreichen, hat die Weinlese im Vergleich zu den letzten zehn Jahren mit ungefähr einer Woche Verspätung begonnen. Dank der Sonneneinstrahlung des Monats August und der warmen und eher trockenen klimatischen Bedingungen des Monats September konnte der sommerliche phänologische Rückstand auf beachtliche Weise wettgemacht werden Dies war sogar zu Beginn des Reifungsprozesses möglich, vor allem bei denjenigen, die es verstanden hatten zu warten. So haben die günstigen klimatischen Bedingungen im September zu guten Durchschnittswerten von 20.88 Brix (zirka 87° Öchsle) geführt, die nur knapp unter dem Durchschnitt von 21 Brix des letzten Jahrzehnts liegen.

Preise

Die vom Branchenverband festgelegte Preisskala der Trauben ist auch für dieses Jahr bestätigt worden. Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass für die Berechnung des Durchschnittspreises nur AOC-Trauben in Betracht gezogen werden bis zu einem maximalen Wert von 22.2 Brix (92.84° Öchsle). Auf Basis dieser Parameter gilt als Referenz die Festlegung des Grundpreises auf 20.8 Brix (86.54° Öchsle), was sich auf CHF 415.- pro Zentner beläuft. Für die Details die Preise der Rebsorten und Werte der weissen und roten Trauben betreffend wird auf  den Anhang verwiesen.

Der Gesamtwert der Weinlese 2016 beträgt 28,6 Mio. Franken und ist 10,5% höher als der Durchschnittswert des letzten Jahrzehnts und 27,3% höher im Vergleich zu 2015.

Bodenfläche praktisch unverändert

Global gesehen und gültig für alle Sorten wird eine leichte Fluktuation der bebauten Bodenflächen in den Distrikten des Sopraceneri gegenüber dem Sottoceneri festgestellt, wo hingegen eine Verlangsamung des Wachstums stattfindet. Die Gesamtfläche beträgt 1095 Hektar, von der die von Merlot bedeckte Fläche mit 80% praktisch unverändert geblieben ist.

Die vollständigen sowie detaillierten Daten der Weinlese inklusive Bodenflächen, Produktion und Werte für Distrikte und Gemeinden werden auf der Webseite www.ti.ch/agricoltura wahrscheinlich schon im Laufe des Monats Dezember veröffentlicht.

 

Für weitere Informationen 

Dipartimento delle finanze e dell’economia
Matteo Bernasconi, Consulente viticolo, [email protected], tel. 091 / 814 35 48

Interprofessione della Vite e del Vino ticinese (IVVT)
Andrea Conconi, Direttore IVVT, [email protected], tel. 079 / 198 46 25